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Willensäußerung

Einer meiner Klientinnen, 80 Jahre alt, ging es in den letzten Wochen immer schlechter. Irgendwann rief mich der Hausarzt an. Die Klientin würde nichts mehr essen. Er müsste wissen, ob eine Magensonde gelegt werden soll oder nicht.

Ich fuhr zu der Klientin, um mit ihr – falls möglich – darüber zu sprechen, was sie selbst denn wolle. Als ich bei ihr in der Wohnung ankam lag sie tot im Bett.

Was dann ja wohl eine eindeutige Willensäußerung war.

Mit dem Tod ist alles aus

“Die Betreuung endet mit dem Tod des Betreuten.”  – Ein lapidarer Satz im Gesetz; ein Satz, der auch einleuchtet. Ein Satz, dessen Konsequenzen allerdings nicht immer jedem gegenwärtig sind.

Typisches Beispiel letzte Woche: Ein Anruf aus einem Pflegeheim. “Ihr Betreuter, der Herr Groß, ist heute gestorben. Bitte rufen Sie den Bestatter an.”

Nein, den rufe ich nicht an! Die Betreuung endet mit dem Tod des Betreuten. Von dieser Minute an habe ich keinen Zugang mehr zu den Finanzen des (nun ehemaligen) Klienten. Ich kann keine Geschäftsaufträge mehr erteilen, weil ich sie nicht mehr bezahlen kann. Ich organisiere auch nicht die Beerdigung. Und ich kümmere mich auch nicht um den Nachlass.

Was ich noch mache:

- Alle betroffenen Behörden, Banken, Versicherungen, Ärzte vom Tod des Ex-Klienten informieren. Sterbeurkunden kriegen die allerdings nicht, weil es die logischerweise erst nach dem Tod gibt, und da bin ich ja schon der Ex-Betreuer des Klienten.

- Einen Schlussbericht fürs Betreuungsgericht erstellen, und wenn die Erben höflich fragen, diesen auch an diese weitergeben.

- Wenn irgendwann mal die Erben feststehen, den Nachlass, der sich noch in meinem Besitz befindet, an diese aushändigen. Das sind vor allem Sparbücher, Wohnungsschlüssel und Urkunden.

- Einen Vergütungsantrag stellen.

Das war’s dann. Zumindest der offizielle Teil. Leider folgt dann zu oft noch ein inoffizieller Teil: Die Auseinandersetzung mit irgendwelchen renitenten Erben, die meinen, zu wenig zu erben, oder das Falsche, oder die eigentlich gar nicht erben wollen, oder die grundsätzlich Betreuer für hinterlistige Betrüger halten, oder die einfach nur über den bösen Verblichenen ablästern wollen. Oder die einfach mit der ganzen Situation überfordert sind und Hilfe brauchen, fachlich und menschlich. Die sie in diesem Fall dann auch von mir bekommen, sofern ich darf und kann.

Eine schöne Beerdigung

Heute war ich auf der Beerdigung einer langjährigen Klientin. Wenn einer “meiner Leute” stirbt, gehe ich immer auf die Beerdigung – wenn man mich lässt. Das gebietet der Respekt und die Verbundenheit mit diesem Menschen. Aber eigentlich mache ich das nicht gerne. Denn als beruflicher Betreuer bekommt man ja nur die Fälle, in denen Angehörige aus welchem Grund auch immer die Betreuung nicht übernehmen können. Einer dieser möglichen Gründe ist, dass sich Angehörige und Betreuter nicht vertragen. Das führt dann nach dem Ableben des Betreuten zu Beerdigungen, die in einer Mischung aus Verlegenheit und Verlogenheit ablaufen.

Diese Beerdigung drohte auch so zu werden. Die Verstorbene war manisch-depressiv, die einzige Tochter litt seit ihrer Geburt unter der Krankheit ihrer Mutter. Das führte zu einem entsprechend gestörten Verhältnis.

Doch dann geschah es. Nach der Predigt des Pfarrers trat der Schwiegersohn der verstorbenen Klientin ans Mikrofon und erzählte: Über das Leben mit einer psychisch kranken (Schwieger)Mutter, wie diese Erkrankung das Leben aller beeinflusste; über die schönen Jahre, in denen die Krankheit eine Pause machte, über “die Hölle”, als die Erkrankung mit voller Wucht zurückkehrte; wie es ist, wenn man am Morgen nicht weiß, wie sich die eigene Mutter an diesem Tag verhalten wird; wie es sich lebt, wenn man den Kontakt mit der Mutter nicht mehr verkraftet.

Der Schwiegersohn erzählte das ohne Beschönigung, aber auch ohne Vorwürfe; mit vielen Tränen, aber ganz sachlich. So wurde diese Beerdigung ein versöhnendes, friedvolles Ereignis. Auch so kann man knapp fünf Jahrzehnte Kampf und Auseinandersetzung mit einem Menschen abschließen. Und danach endlich ein gutes, ungetrübtes Verhältnis zu ihm finden – und damit Frieden mit sich selbst machen.

Schade dass meine Klientin erst sterben musste, dass es so weit kommt. Aber diese Krankheit lässt wohl nichts anderes zu.

Hätte man es verhindern können?

Letzten Mittwoch abends rief mich der Herr vom Betreuten Einzelwohnen der Caritas an.  Dieses Betreute Einzelwohnen ist ein Angebot der Caritas, bei dem Menschen, die nicht im Heim wohnen, aber Hilfe benötigen, diese Hilfe in alltagspraktischen Dingen erhalten. Den Herrn von der Caritas habe ich vor Jahren für Herrn Herrmann engagiert.

Herr Herrmann ist langjähriger Alkoholiker, er lebt allein in einem Sozialwohnungsblock. Der Herr von der Caritas machte sich Sorgen. Herr Herrmann zieht sich immer wieder mal für eine Woche oder so zurück und ist dann nicht zu erreichen. Er öffnet nicht die Tür und geht nicht ans Telefon. Kein Problem. Aber nun war schon über eine Woche vergangen, seit ihn das letzte Mal jemand gesprochen oder gesehen hatte. Ich versprach deshalb, am nächsten Morgen in die Wohnung von Herrn Herrmann zu schauen. Ich hatte einen Schlüssel zu der Wohnung.

Eine bestimmte Erwartung, was ich ihn der Wohnung vorfinden würde, lag nahe. Als ich den Flur betrat, bestätigte mir der dort herrschende Geruch, dass sich meine Befürchtungen bewahrheiten würden. Im Schlafzimmer fand ich das, was von Herrn Herrmann übrig war, im Zustand fortgeschrittener Verwesung.

Ich erwähne das alles hier zum einen, weil es mich natürlich beschäftigt.  Heilig Abend hatte ich mehr den Geruch und den Anblick der Leiche im Kopf als Festtagsgefühle. Zum anderen schreibe ich jetzt aber darüber, weil der Herr von der Caritas, als ich ihn über alles informierte, dieselbe Frage stellte, die ich mir auch sofort gestellt hatte: Hätten wir es verhindern können?

Wir kamen beide ziemlich schnell zur selben Antwort: Nein. Nicht, weil wir etwas verdrängen wollen, sondern weil wir beide etwas gelernt haben, was man in jedem helfenden Beruf bald lernt: Man kann einem Menschen nur so weit helfen, wie er sich helfen lässt.

Den Tod von Herrn Herrmann hätten wir ohnehin nur verhindern können, wenn wir im Augenblick des Sterbens zufällig bei ihm gewesen wären. Dass es nicht so weit kommen sollte, dass Herr Herrmann nicht schon mit 58 Jahren an den Folgen des Alkohol-, Nikotin- und Drogenmissbrauchs sterben musste, dafür wurden von uns die Voraussetzungen geschaffen. Aber Herr Herrmann wollte diese Hilfen nicht annehmen. Ich hatte ihm z.B. eine Reha in einer Suchttherapie-Einrichtung ermöglicht. Nach zwei Wochen hatte er diese Reha abgebrochen, weil er es nicht aushielt. So ähnlich lief es mit allen anderen Hilfen, die ich, die Caritas, die Ärzte anboten.

Ich hätte ihm nur gegen seinen Willen helfen können, mit einer geschlossenen Unterbringung. Aber dazu lagen erstens die gesetzlichen vorgegebenen Voraussetzungen nicht vor. Und zweitens hätte ich ihm damit vielleicht (vielleicht!) ein längeres Leben ermöglicht in einer gepflegteren Umgebung, aber dieses Leben hätte Herr Herrmann als gewaltige Einschränkung, als Gefangenschaft, als nicht lebenswert empfunden. Geholfen hätte ich ihm damit nicht.

Wir hätten uns nur schon zwei oder drei Tage früher Sorgen um Herrn Herrmann machen können. Dann wäre wenigstens die “Auffinde-Situation” für die beteiligten Polizisten, Ärzte, Sanitäter und Betreuer etwas angenehmer gewesen. Aber Herrn Herrmann helfen konnten wir nicht. Im Leben nicht und im Sterben nicht. So ist das eben.

Jenny – ein Nachruf

Dies ist ein Nachruf auf Jenny. Ihr Leben und ihr Sterben geht mir immer noch nach, obwohl es seit drei Jahren vorbei ist.

Ich habe die Betreuung für Jenny übernommen als sie knapp neunzehn war. Hinter ihr lagen zu dem Zeitpunkt die Erfahrung von sexuellem Missbrauch, der Tod ihres Vaters an AIDS und eine jahrelange Drogenkarriere.

Jenny war nie unfreundlich. Sie war auch nie freundlich. Sie war … wie soll ich es beschreiben? – Sie war einfach nicht da. Das einzige, was man von ihr zu spüren bekam war eine massive Abwehrmauer um sie herum. Sie zeigte keine Gefühle, verriet keine Gedanken, zeigte keine Zustimmung und keine Ablehnung.

Man konnte ihre Wünsche nur aus ihren Handlungen erahnen. Wenn sie eine Verabredung nicht einhielt. Wenn sie nicht mehr zum Schulunterricht kam. Wenn sie für einige Tage verschwand.

Aber auch dann wusste man nie, waren das jetzt die Drogen, die sie dazu trieben, oder war sie selbst es.

Immerhin, anlässlich eines Aufenthaltes in der Psychiatrie erklärte sie sich bereit, eine Reha-Maßnahme anzutreten. So etwas hatte sie schon einmal abgebrochen, aber diesmal zog sie es durch. Weg von Zuhause, weg vom vertrauten Drogenmilieu, hin in eine Einrichtung mit strengen Regeln und absolutem Suchtmittel-Verbot.

Ein halbes Jahr hielt sie durch, ohne Drogen, mit festen Regeln. Es muss ein starker Wille in ihr gewesen sein, darin waren wir uns alle, die sie unterstützten, einig. Aber die Mauer um sie herum bröckelte nicht. Der Mensch wurde nicht sichtbar.

Dann, nach sechs Monaten, der Rückfall. Sie haute ab, nahm wieder Drogen, musste wieder in die Psychiatrie.

Entgegen ihren Regeln nahm die Reha-Einrichtung sie wieder auf. Alle waren überzeugt, dass Jenny es schafft und diese Chance verdient hat.

Ein weiteres halbes Jahr später (ohne Drogen verbracht), wurde sie als so stabil eingeschätzt, dass sie in eine offene Wohngemeinschaft umziehen konnte. Dort sollte sie wieder ein selbstbestimmtes Leben lernen.

In der WG hatte sie zunächst eine Woche lang keinen Ausgang, um sich dort erst einmal einzufinden. Nach dieser Woche durfte sie allein zu einem Arzt in der Nähe. Unterwegs besorgte sie sich Heroin, ging in eine öffentliche Toilette, spritzte sich eine Überdosis und starb.

Jenny wurde 20 Jahre alt.

Und bis heute frage ich mich: Warum?

Warum dieser Tod? Warum dieses Leben?

Auf Leben und Tod

Die schwierigste Entscheidung, die man als Betreuer zu fällen hat, ist die Entscheidung über Leben oder Tod eines Klienten. Konkret geht es um die Frage: Abbruch einer lebenserhaltenden Behandlung und/oder Einstellung der Ernährung.

Ich hatte lange das Glück, dass ich vor so einer Wahl bewahrt wurde. Das Thema stand schon öfters auf der Tagesordnung, aber die Entscheidung wurde mir immer abgenommen. So wie zum Beispiel bei Herrn Karl. Der wohnte in einem Altersheim und wollte irgendwann nichts mehr essen und trinken. Die Pflegekräfte wollten natürlich von mir wissen, ob Herr Karl nun künstlich ernährt werden sollte. Ich fuhr zu ihm und fragte ihn. Er war noch ansprechbar und äußerte sich klar: “Ich will nichts mehr essen, ich will sterben!” Ich fuhr die halbstündige Strecke nach Hause und setzte mich an den PC, um dem Heim schriftlich mitzuteilen, dass ich einer Sonde nicht zustimmen werde. Kaum hatte ich angefangen, läutete das Telefon. Die Stationsleitung: “Herr Karl ist gerade gestorben.” Das nennt man eine eindeutige Willensbekundung.

Letztes Jahr hat es mich dann doch erwischt. Und das gleich mit voller Ladung. An einem Donnerstagabend wurde ich zum Betreuer bestellt für Herrn Stich. Der lag im Koma auf der Intensivstation. Meine einzige Aufgabe als Betreuer: Die Entscheidung über den Abbruch der Behandlung.

Freitag Früh Termin mit dem behandelnden Arzt: Herr Stich wurde mit einer Lungenentzündung eingeliefert. Bei der Einlieferung verlor er das Bewusstsein. Eine Untersuchung ergab, dass er Lungenkrebs im Endstadium hat, unheilbar. Die Lungenentzündung lässt sich nicht mehr in den Griff kriegen, man kann sie nur noch so behandeln, dass Herr Stich mit ihr weiterlebt. Wenn man sie nicht mehr behandelt, stirbt er innerhalb einer halben Stunde. Ich müsse nun entscheiden, ob Herr Stich in ein paar Monaten am Krebs oder jetzt an der Lungenentzündung stirbt.

Entscheidend für den Betreuer ist hier vor allem eine Frage: Was will der Betroffene? Und wenn man das nicht in Erfahrung bringen kann wie hier: Was hat er früher dazu geäußert? Wie würde er jetzt entscheiden, wenn er könnte?

Eine Patientenverfügung ist nicht vorhanden. Ich kontaktiere eines der fünf Kinder. Alle haben seit zwanzig Jahren keinen Kontakt mehr zum Vater. Die übliche Geschichte aus betrogenem Vertrauen, Hass und Stolz. Nein, er hat sich nie dazu geäußert, wie er sein Lebensende wünscht.

Ich frage seine Nachbarin, der einzige Mensch, mit dem er engeren Kontakt hat. Nein, auch ihr gegenüber keinerlei Äußerung zum Thema Sterben.

Schließlich entscheide ich mich für den Abbruch der Behandlung. Ausschlaggebend waren zwei Gründe: Zum einen die Aussage des Arztes, dass Herr Stich nie mehr zu Bewusstsein kommen wird. Zum anderen das Verhalten von Herrn Stich vor seiner Einlieferung ins Krankenhaus: Er weigerte sich vehement, sich behandeln zu lassen. Nur starker Druck der Nachbarin brachten ihn so weit. Für mich ein Indiz, dass Herr Stich die Behandlung wohl abgelehnt hätte.

Der Arzt setzt die Medikamente ab. Entgegen seiner Behauptung lebt aber Herr Stich noch eineinhalb Tage, kommt noch einmal kurz zu Bewusstsein, ohne aber Reaktionen zu zeigen – und stirbt dann.

Dieser Ablauf hat mich im Nachhinein bestärkt, dass ich eine Entscheidung im Sinne von Herrn Stich getroffen habe. Aber sicher bin ich mir bis heute nicht. Ich werde es in diesem Leben auch nicht mehr erfahren. Auf jeden Fall war es eine Entscheidung, die mich zwei Nächte mit verkürztem Schlaf gekostet hat. So etwas legt man nicht mit Dienstschluss ab.

Mein Appell an alle: Leute, macht eine Patientenverfügung! Gebt euren Kindern, Eltern, Ehepartnern, künftigen Betreuern Klarheit! Sie in so einer extremen Situation allein zu lassen, ist ein Zeichen von Lieblosigkeit.

***

Ach ja, ein kleiner Nachtrag noch:

Als ich an jenem Freitag Vormittag beim behandelnden Arzt war, sagte mir dieser mehrmals, dass das Krankenhaus mittlerweile die teuersten Medikamente einsetze, weil die anderen nicht angeschlagen hätten, und dass inzwischen das Budget für diese Behandlung erschöpft sei. Und er drängte mich massiv, gleich jetzt vor Ort für den Abbruch der Behandlung zu entscheiden. Als ich sagte, dass ich vor Montag gar nichts entscheiden werde, weil ich erst den Willen von Herrn Stich eruieren müsste, war der Arzt entsetzt, fügte sich aber murrend.

Mit anderen Worten: Das Krankenhaus zahlte bei Herrn Stich drauf, deshalb wäre es dem Arzt recht, wenn er möglichst bald abnippeln würde. Es lebe die humane Medizin!

Schicksale

Was mich immer wieder berührt, sind die Lebensgeschichten der Menschen, für die ich da bin. Was sie durchgemacht haben, wie sie leben, wie sie überleben – wenn man es nicht selbst miterlebt, kann man es sich nicht vorstellen.

Zum Beispiel einer meiner liebsten Klienten: Herr Bergmann, ein Mann im mittleren Alter mit dem ausgeprägtesten Messie-Syndrom, das ich je gesehen habe. Ein “Messie” ist jemand, der alles sammeln muss und nichts wegwerfen kann. Das führt zwangsläufig zu Wohnungen, die Nicht-Messies als “vermüllt” bezeichnen. Bei “meinem” Messie geht das so weit, dass seine Ein-Zimmer-Wohnung in einer Notunterkunft komplett voll ist und er an guten Tagen auf einer Matratze schläft, die auf seinen Habseligkeiten drauf liegt. An schlechten Tagen schläft er im Freien oder in der Gemeinschaftsdusche. Das Umfeld um seine Wohnung herum ist ebenfalls vollgestellt, genauso wie die drei Gemeinschaftsklos. Einmal im Jahr lässt die Stadt das Umfeld und die Klos räumen. Als wir beim letzten Mal auf die Arbeiter des Bauhofs warteten, verbrachte Herr Bergmann die Wartezeit damit, in den Mülltonnen der anderen Bewohner zu kramen und den Inhalt in seine Wohnung zu bringen. Als ich vorgestern mit ihm zum Arzt fuhr, nahm er sieben Plastiktüten mit seinem Besitz mit. Das macht er immer, wenn er irgendwo hin geht, z.B. in die Arbeit. Das Zeug könnte ja sonst gestohlen werden, sagt er.

Am meisten gehen mir die Schicksale der Frauen (und Männer) nahe, die missbraucht wurden. Dass es so viele sind, hätte ich mir nie vorstellen können. Fast alle meine Klientinnen, die drogen- oder alkoholabhängig sind, sind durch sexuellen Missbrauch da hingekommen. Von den psychischen Folgen ganz zu schweigen.

Und dann habe ich einen Klienten, der im Knast saß, weil er seine beiden Töchter über Jahre hinweg missbraucht hat … Da braucht man viel Professionalität, um auch diesem Menschen ein würdiges Leben zu ermöglichen.

Ein anderes Schicksal: Ein Manager in einem Konzern, Weiterlesen